GV Lyra 1899 Hatzenbühl e.V.

Chronik

Ein kleines Lied

Ein kleines Lied! Wie geht's nur an,
dass man so lieb es haben kann.
Was liegt darin? Erzähle!
 
Es liegt darin ein wenig Klang,
ein wenig Wohllaut und Gesang
und eine ganze Seele.
 
Marie von Ebner-Eschenbach

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Bis 1930 stützt sich die Chronik auf die spärlichen Vereinsdokumente, sowie auf Aussagen und Darlegungen älterer Sängerkameraden, die mit ihrem Wort dafür einstehen. Erst nach diesem Zeitpunkt geben Vereinsniederschriften wieder sicheren Aufschluss.

1899 bis 1912

Der erste Hatzenbühler weltliche Chor wurde im Jahre 1899 unter dem Namen „Liederkranz“ gegründet. Vorsitzender war Karl Müller und Chorleiter Philipp Herrmann. In einer Festschrift anlässlich der Fahnenweihe am 24.06.1900 der Chorgemeinschaft Herxheim ist als teilnehmender Verein der GV Liederkranz Hatzenbühl erwähnt. 1902 nahm der Liederkranz Hatzenbühl am ersten Gau-Sängerfest in Rheinzabern teil. Um 1911 verlieren sich die Spuren des GV Liederkranz Hatzenbühl.

1913

Im Nebenzimmer des Gasthauses „Zur Pfalz“ fanden sich am 13.02.1913 rund zwanzig sangesfreudige Männer zusammen, die wieder einen weltlichen Chor unter dem Namen „Männerchor Lyra“ aus der Taufe hoben.

Unterzeichnet wurden die Statuten am 04.04.1913 vom 1. Vorsitzenden Jakob Werling V., vom 2. Vorsitzenden Karl Brock, Schriftführer Josef Brock, Kassierer und Rechner Edmund Werling, den Beisitzern Joseph Henigin und Ernst Trauth sowie dem Chorleiter Philipp Herrmann. Der Dirigent stiftete dem Männerchor Liederbücher, die bereits eine Widmung an den Liederkranz Hatzenbühl enthielten.

Aus den Gründungsstatuten:

§ 1: Der unter dem Namen Männerchor Lyra bestehende Verein mit Sitz in

Hatzenbühl hat den Zweck, den Gesang sowie den geselligen Verkehr der

Mitglieder unter sich zu haben und zu pflegen.

§ 3: Aktives Mitglied kann jeder werden, der das 20. Lebensjahr erreicht hat.

§ 18: Streitigkeiten unter Mitgliedern werden vor dem Ausschuss ausgetragen.

§ 23: Bei Beerdigungen und Seelengottesdienst eines Mitgliedes haben aktive und

passive Mitglieder vollzählig zu erscheinen, widrigenfalls sie für den Fall mit

je 50 Pfg. bestraft werden.

(Anmerkung der Red.: Monatsbeitrag betrug zu jener Zeit 15 Pfg. für aktive

und 20 Pfg. für passive Mitglieder.)

§ 24: Ein aktives Mitglied, welches 2 Singstunden hintereinander fehlt, ohne das es einen wichtigen Grund entschuldigt, ist aus dem Verein ausgeschlossen.

1914 bis 1918

Der „Erste Weltkrieg“ unterbrach jäh die hoffnungsvolle Chorarbeit des neuen Gesangvereins. Das überhaupt aus dem zarten Pflänzchen ein Männerchor entstand, verdankt der Verein dem damaligen 1. Vorsitzenden Peter Werling als begeistertem Wegbereiter und dem einheimischen Chorleiter Philipp Herrmann. Über 90 % der aktiven Mitglieder zogen für das Vaterland in den Krieg, so dass jede aktive Liedarbeit zum Erliegen kam. Doch schon gegen Ende 1918 erklang in unserem Dorf wiederum aus den Kehlen alter und treuer Sängeridealisten das deutsche Lied, trotz der damaligen Kriegswirren. Junge Sänger schlossen sich der Lyra-Schar an und ermöglichten so wieder eine chorische Arbeit.

1918 verlegte der Männerchor Lyra seinen Singstundenbetrieb in den Saal des Gasthauses „Zum Pflug“. Es wurde eine Bleibe bis 1976.

1919 bis 1926

In den Nachkriegsjahren beschränkte sich die Sängertätigkeit auf die Liedpflege und Geselligkeit, vor allem im dörflichen Bereich. Anfang 1925 verstarb der unvergessene Chorleiter Philipp Herrmann. Sein vorübergehender Nachfolger wurde Lehrer Georg Kiefer, der Ende 1925 die Chorarbeit in die Hände von Willy Götterer legte. Auch im Vereinsvorsitz fand ein Wechsel statt. Das Vereinszepter übernahm 1925 Philipp Dosch.

1927

Ein großes Ereignis stand im Mittelpunkt des Vereinslebens. Der langersehnte Wunsch aller Mitglieder, eine Vereinsfahne zu besitzen, ging am 08.05.1927 in Erfüllung. Dies war nur durch das Zusammengehörigkeitsgefühl und Wollen der Sänger möglich, die durch freiwillige Spenden die enormen Kosten aufbrachten. Mit einem Festbankett wurde die Fahne am 08.05.1927 feierlich eingeweiht.

1928 bis 1930

Mit Josef Kirchmer erhielt der Männerchor im Jahre 1928 einen neuen Dirigenten. Unter seiner Leitung nehmen die Sänger 1929 am Gau-Wertungssingen teil und erhielten eine gute Beurteilung. Schriftführer August Wünstel wurde 1929 von Ludwig Hoffmann abgelöst. Den Vereinsvorsitz übernahm 1930 Franz Werling VI., der die Geschicke des Vereins bis 1939 lenkte.

1931 bis 1932

Der Fahnenbesitz beflügelte die Mitglieder, die Erfüllung ihrer Aufgaben auch außerhalb des Dorfes zu wagen. So berichtete der Schriftführer Ludwig Hoffman im Jahresprotokoll von 1931 vom Liederabend in Kandel, Besuch von Sängerfesten und Teilnahme an Festzügen im Raum Kandel und Speyer. Im Protokoll der Generalversammlung vom 03.01.1931 wurde die Funktion des Vereins als „Dorfbank“ erwähnt. Vereinsgelder wurden mit einem Zinsfuß von 9 % an Mitglieder ausgeliehen, die ihrerseits Schuldscheine unterschreiben und eine sichere Bürgschaft bringen mussten. Am 17.04.1932 fand der erste Vereinsball im Gasthaus „Zum Pflug“ statt. Mehrere Sängerveranstaltungen wurden besucht. Die Vorbereitungsarbeiten zum Wertungssingen im Frühjahr 1933 und für das 20. Stiftungsfest liefen auf vollen Touren.

1933

Wertungssingen im Frühjahr 1933, das 20. Stiftungsfest am 14.04.1933 und der Besuch des Bundesfestes in Ludwigshafen am 09.07.1933 waren die herausragenden Ereignisse des Sängerjahres 1933. Aufgrund der politischen Lage im Deutschen Reich änderte sich auch das Vereinsleben. Es begann am 02.10.1933 mit der „Gleichschaltung“. Der „Speyergau Sängerbund“, dem unser Verein angehörte, wurde aufgelöst und durch den „Sängerbund Westmark“ ersetzt. Vom Gruppenführer wurde der 1. Vorsitzende Franz Werling VI. zum Vereinsleiter ernannt, der seinerseits „Amtswalter“ als seine Mitarbeiter bestimmte. Vereinschorleiter blieb Lehrer Kirchmer. Vereins- und Chorleiter mussten im Kampfbund für Kultur organisiert sein. Ebenso war es Pflicht, an jeder vaterländischen Feier, die am Ort abgehalten wurde, teilzunehmen.

1934 bis 1938

Theater- und Familienabend im Januar, Sängerfeste beim GV Frohsinn Jockgrim und GV Deutsches Lied Hördt, sowie einen Liederabend hebt Ludwig Hoffmann in seinen Berichten 1934 besonders hervor. Lehrer Josef Kirchmer, der 8 Jahre den Chor leitete, wurde am 24.02.1935 mit einer schlichten Feier verabschiedet. An seine Stelle trat Fritz Stegmüller. Aufgrund der Einberufung von Lehrer Stegmüller zur Wehrmacht übernahm vorübergehend Lehrer Gall die Leitung, um 1937 die chorische Arbeit in die Hände von Theobald Weichsel zu legen.

1939 bis 1947

Im Jahr 1939 übernahm Josef Hoffmann die Schriftführung von seinem Bruder Ludwig. Die Kriegsereignisse werfen ihre Schatten voraus. So werden nur noch spärlich Sängerfeste erwähnt und im Jahr 1940 findet sich folgender Eintrag im Protokollbuch:

Vereinsleben im Jahre 1940 – Durch das Fehlen von 22 Sängern konnte der Gesangverein Männerchor Lyra im Jahre 1940 keinerlei gesangliche Betätigung entfalten.“ Eugen Müller II.

Eugen Müller hatte nach dem Rücktritt von Franz Werling die Vereinsführung übernommen. Die Eintragungen während des „Zweiten Weltkrieges“ beschränkten sich auf Vermerke über gefallene Sängerkameraden.

Der damalige Schriftführer Josef Hoffmann schilderte in seinem Protokoll vom 17.11.1949 eindrucksvoll die Vereinstätigkeit während des Krieges 1939 bis 1945 und die Neugründung im Jahr 1948.

Auszug aus dem Protokoll:

Zwischen dem letzten Eintrag und dem von heute liegen Jahre. Es ist die unselige Kriegszeit mit ihren noch trüberen Nachkriegsjahren. Nur der wird sie verstehen, der sie wach miterlebt hat. Von dem was einmal war ist nichts mehr geblieben. Trümmer, Schutt, Ruinen und Asche allein sind traurige, aber auch zugleich mahnende Überreste einer einmal schönen Zeit. Wir Heutigen, die wenigen Alten, die der Krieg übrig ließ und die Jungen, die willens sind wieder aufzubauen, stehen vor einem Nichts. Aber uns alle beseelt der Wille energisch wieder das zu bauen, was eine irrsinnige Zeit in überheblichem Frevel zerschlug. Möge es uns gelingen!“

Die gesangliche und kulturelle Tätigkeit des Vereines konnte bis 1943 fortgesetzt werden. Im März 1943 auf einem angeordneten „Liedsonntag“ trat der Verein zum letzten Mal auf. Danach ruhte jede aktive Vereinsarbeit, da nur noch 11 Sänger zur Verfügung standen. Während der Kriegsjahre vertrat Franz Werling den zum Kriegsbeginn einberufenen Eugen Müller. Nach dem Zusammenbruch 1945 hatten die Siegermächte jede Vereinstätigkeit verboten.

1948 bis 1950

Erst 1948 traten gewisse Erleichterungen ein, so dass am 27.11.1948 in einer öffentlich einberufenen Versammlung der alte Männerchor Lyra als Männergesangverein Lyra aus dem Dornröschenschlaf erweckt wurde. Initiatoren der „Gründungsversammlung“ waren die alten Sänger unter der Führung des unvergessenen Franz Werling VI. Zum ersten Nachkriegsvorstand wurde von der Versammlung gewählt:

1. Vorsitzender: Eugen Müller

2. Vorsitzender: Rudolf Ludwig Faust

Schriftführer: Josef Hoffmann

Kassenwart: Jakob Hoffmann I.

Musiklehrer Herrmann aus Kandel übernahm vorübergehend die chorische Arbeit. Ihm folgte Otto Hör, der Ende 1949 den Dirigentenstab an Hauptlehrer Theo Geiger weitergab. Die Singstunden fanden weiterhin im Saal des Gasthauses „Zum Pflug“ statt. Auch das Klavier durfte der Verein kostenlos mitbenutzen. Das Gasthaus wurde 1948 von Jakob Trauth und Frau Hedwig vom Vater Albert Wünstel übernommen. Das junge Paar sorgte für die erforderliche Wärme im Saal – Wirtin Hedwig Trauth fungierte als heimliche Notenwartin. Trotz aller Unkenrufe gelang es durch die Opferbereitschaft aller Mitglieder, aus dem Nichts, ein kulturell, geselliges Leben in der Dorfgemeinschaft zu verwirklichen. 1950 - es war ein Jahr voller Hoffnung. Die Bundesrepublik Deutschland, seit einem Jahr gegründet, begann langsam aber sicher zu atmen und ließ die Zukunft wieder lebenswert erscheinen.

1951 bis 1955

Unter seinem Chorleiter Theo Geiger entwickelte sich der Männerchor zu einem aktiven Gesangverein, der mit Liederabenden, Theateraufführungen, Gesangsauftritten bei Wald- und Stiftungsfesten sich schnell einen guten Namen machte. 1953 übernahm Eugen Wünstel die Vereinsführung. Ihm zur Seite standen Ruprecht Faust, Wilhelm Hock und Josef Hoffmann.

In den folgenden Jahren gab es einen ständigen Aufwärtstrend des immer stärker werdenden MGV Lyra, sowohl zahlenmäßig als auch gesanglich. Beim Wertungssingen im Jahr 1954 in Kandel stand unter dem Beurteilungsbogen als Bemerkung: „Eine für die Verhältnisse eines kleinen Landchores recht erfreuliche Gesamtleistung.“ Der Hinweis „kleiner Landchor“ sollte sich bald ändern.

1956 bis 1960

Nach 14jähriger Schriftführertätigkeit wurde Josef Hoffman von Manfred Müller abgelöst. Am 22.04.1956 erfreute der MGV Lyra in einem anspruchsvollen Konzert die Sangesfreunde der Gemeinde.

Das Bundessängerfest des Pfälzischen Sängerbundes am 15.06.1958 in Pirmasens war der Höhepunkt des bisherigen Nachkriegsvereinslebens. 45 Jahre waren seit der Gründung des Vereins vergangen. Dies war Grund genug für den elanvollen damaligen Vorstand, ein Fest mit bisher nicht gekanntem Ausmaß zu veranstalten. Während der dreitägigen Festtage vom 26.-28.07.1958 war zum ersten Mal in Hatzenbühl ein Barbetrieb geführt worden. Ständig neue Ideen des Vorstandes belebten das Vereinsleben. So wurde im Juli 1959 ein Heimatfilm gedreht unter dem Titel „Bei uns Zuhaus“, dessen Wert erst in späteren Jahren erkannt werden sollte.

1961 bis 1965

Viele Sängerauftritte und weiterhin ein schwungvoller Vereinsmotor kennzeichneten die Folgejahre. Nach 6jähriger Abstinenz fand 1962 wieder ein Theaterabend statt. Im Mai 1962 veranstaltete der MGV Lyra zusammen mit dem Männerchor Minfeld und dem 1. Handharmonika-Orchester Bellheim sein Jahreskonzert zum ersten Mal in der Hatzenbühler Festhalle. Dieses Konzert war gleichzeitig die Verabschiedungsfeier für den langjährigen Chorleiter Theo Geiger, der seine Zelte in Annweiler aufschlug. Als Nachfolger wurde Musiklehrer Ernst Kempf verpflichtet

1966 bis 1970

Teilnahme an Wertungssingen, am Konzertsingen von Vereinen, Veranstaltungen von Lieder- und Konzertabenden und Besuche von noch mehr Sängerfesten kennzeichneten die Folgejahre. Neu ins Programm wurde das „Krankenhaus-Singen“ aufgenommen.

Am 16.09.1967 verstarb das letzte Gründungsmitglied des MGV Lyra – Georg Müller.

Eugen Wünstel übernahm 1968 zusätzlich den Vorsitz des Sängerkreises Germersheim. Im Jahre 1969 durchbrach der Verein die Schallmauer von 200 Mitgliedern, damit zählte der MGV weiterhin zu den größten kulturellen Vereinigungen in unserer Gemeinde. Eine neue Veranstaltung wurde aus der Taufe gehoben: am 10.10.1970 fand das erste Saukopfessen statt.

1971 bis 1975

Der inzwischen zum Kreischorleiter ernannte Dirigent Ernst Kempf bildete mit seinen Chören immer öfter Chorgemeinschaften bei Kreis- und Bundessängerfesten.

In der Generalversammlung 1973 stellte Eugen Wünstel aufgrund seiner vielen Verpflichtungen sein Amt als Vorsitzender zur Verfügung. Wilhelm Hock, bisheriger Kassenwart, wurde einstimmig zum ersten Vorsitzenden gewählt.

1976 bis 1980

Das Sängerjahr 1976 stand ganz im Zeichen des Bundessängerfestes in Berlin. Es wurde ein einmaliges Erlebnis für die teilnehmenden Lyraner.

Nach 58 Jahren verlegte der Verein 1976 seine Singstunden vom Gasthaus „Zum Pflug“ in den Mehrzweckraum der Grundschule.

Im Dezember 1977 trennte sich unser Chorleiter Ernst Kempf vom MGV Lyra. Seit 1962 leitete und formte er erfolgreich unseren Chor.

Am 12.12.1977 wurde der neue Chorleiter, Chordirektor Alfred Göckel verpflichtet.

Am 05.06.1978 wurde der Kulturausschuss Hatzenbühl aus der Taufe gehoben. Vorsitzender wurde Albert Weigel. Neuer Vorsitzender des MGV Lyra wurde 1979 Bruno Werling, nachdem Wilhelm Hock nach 26 Jahren Vorstandszugehörigkeit sein Amt zur Verfügung stellte.

Zum ersten Mal war unser Chor bei der Produktion einer Schallplatte aktiv beteiligt. Mit zwei Liedvorträgen verewigten wir uns auf den beiden Langspielplatten „Musikalische Grüße aus dem Landkreis Germersheim“.

1981 bis 1985

MGV Lyra Hatzenbühl wird „e. V“ Hierzu wurde durch die Generalversammlung am 22.01.1981 der Weg geöffnet. Die erforderlichen Satzungsänderungen wurden mit großer Mehrheit angenommen.

Nach 12 Jahren wagten wir 1982 wieder ein Theaterstück, das im Rahmen der Weihnachtsfeier mit großem Erfolg zur Aufführung kam.

Im Jahr 1983 feierten wir unser 70jähriges Bestehen. 32 Vereine mit 1550 Sängerinnen und Sängern beteiligten sich am Konzert- und Freundschaftsingen. Auch der zweite Sängerwettstreit unter 11 örtlichen Vereinen wurde ein voller Erfolg.

Im Januar 1984 wechselte der Vorsitz zu Kurt Manfred Wünstel, der Bruno Werling ablöste.

Ein großes Dorffest prägte das Jahr 1985: „300 Jahre Wiederbesiedelung von Hatzenbühl“. Vom 24.05. bis 02.06.1985 strömten Menschenmassen ins sonst ruhige Dorf Hatzenbühl. Krönung des Festes war ein großer historischer Festzug. 14 Vereine hatten Gehöfte aus dem 17. und 18 Jahrhundert aufgebaut. Unser Verein stellte das Gehöft des Bauern Christoph Brock von 1744 im Anwesen von Familie Edmund und Luzia Wünstel, Luitpoldstr. 42, dar.

Im September 1985 verabschiedeten wir unseren Chorleiter Alfred Göckel und begrüßten den neuen Chorleiter Lothar Willy, Eigengewächs aus Hatzenbühl. Chordirektor Alfred Göckel leitete den Chor seit Dezember 1977 und trug wesentlich zur weiteren chorischen Leistungssteigerung des MGV Lyra bei.

1986 bis 1990

Das Jahr 1986 war in unserer Vereinsgeschichte ein Jahr der Trauer. Durch Tod verloren wir 11 Mitglieder.

Im Juni 1988 wurde das neue Feuerwehrhaus in Hatzenbühl eingeweiht und am 08.12.1988 bezogen wir im 2. OG des Neubaues unseren selbst hergerichteten neuen Singstundensaal.

Im Januar 1990 wechselte Robert Huber vom Schriftführer zum ersten Vorsitzenden.

Im März 1990 wurde das lang ersehnte Dorfgemeinschaftshaus eingeweiht und somit hatte auch Hatzenbühl eine „Gute Stube“.

1991 bis 1995

Als zweites Standbein des Vereins wurde eine Instrumentalgruppe gegründet, bestehend aus Gitarren und Mandolinen.

In der Jahreshauptversammlung 1993 wurde Roswitha Huber einstimmig zur Schriftführerin gewählt. Damit war die Männerdomäne im MGV Lyra durchbrochen und die erste Frau in der Vereinsgeschichte im geschäftsführenden Vorstand. Auch das 80jährige Jubiläum stand in diesem Jahr im Mittelpunkt.

1995 gelang es uns, den Akademischen Chor „Hosianna“ aus Puschkino in Russland zu einem Auftritt im Bürgerhaus zu gewinnen. Es wurde ein Ohrenschmaus für die Zuhörer.

Endlich ist es uns im Jahr 1995 gelungen, eine überörtliche Sängerveranstaltung nach Hatzenbühl zu holen. Wir waren Ausrichter eines Wertungssingens.

1996 bis 2000

Nach der gelungenen Ausrichtung des Wertungssingens erhielten wir 1996 den Zuschlag für den Kreissängertag als Organisatoren und die Durchführung der musikalischen Umrahmung.

Die Vorbereitungen für unser 85jähriges Bestehen begannen zunächst unter dem Gründungsjahr 1913. Der Sängerkreis Germersheim bereitete parallel sein 50jähriges Jubiläum im Jahr 1999 vor. Im Rahmen dieser beiden Vorbereitungsphasen tauchten plötzlich Unterlagen des GV Liederkranzes Hatzenbühl in Nachbarvereinen auf. Wir hatten es endlich schwarz auf weiß, dass der Liederkranz Hatzenbühl 1899 gegründet wurde. Aufgrund dieser Tatsache reichten wir die gefundenen Unterlagen als Anlage für den Antrag der Zelterplakette ein. Das Fest 1998 tauften wir kurzfristig in Wiedergründungsfest um, da die Vorbereitungen schon zu weit gediehen waren.

Das Jahr 2000 sollte ein ereignisreiches Vereinsjahr werden. Zunächst gaben wir ein gemeinsames Konzert mit dem Musikverein im Mai 2000, das auch gleichzeitig der letzte Auftritt unter Lothar Willy war. Ende Mai erfolgte in einer kleinen Feier die Verabschiedung von Lothar Willy und seine Ernennung zum Ehrenchorleiter sowie die Einführung des neues Chorleiters Xaver Reichling. Zwischen diesen beiden Terminen lag die Verleihung der Zelterplakette in Andernach.

(Dieser Text stammt aus der Feder von Robert Huber – requiescat in pace)


Konzert Gesangverein Lyra Hatzenbühl

10 Jahre Lyra Voices

 

Mit einem stimmungsvollen Konzert am 12.05.2012 sangen sich die Lyra Voices in die Herzen ihrer Zuhörer. Anlass war das 10jährige Bestehen des gemischten Chors „Lyra Voices“ vom Gesangverein Lyra Hatzenbühl. Die Gäste aus nah und fern spendeten begeisterten Applaus bei den gut ausgesuchten Liedvorträgen, die von Clemens Thomas, einem „Eigengewächs“ aus Hatzenbühl am Klavier begleitet wurden. Ein kleiner Leckerbissen waren Jannika Nagel, Noah Nordblom, Clemens Thomas und Paul-Aaron Wolf, die das Konzert mit ihren Musikstücken hervorragend bereicherten. Die Gesamtleitung des Konzertes lag in den Händen von Chordirektor Xaver Reichling. Die Moderation übernahm Alexandra Schnorr. Nach dem Lied " Für Alle", das der gastgebende Chor zum Auftakt vortrug, und bei dem Marc Nehlig den Sologesang souverän übernahm, begrüßte Tanja Eichenlaub die Gäste. Nach „Butterfly“ und „Halleluja von Fini Bush“ die von den Lyra Voices klangvoll vorgetragen wurden, übernahmen die jungen Musiker das Kommando. Die Stücke „Down by the Salley Gardens“, „May the Lord send Angels“ und „Can you feel the Love tonight“ wurden vom Publikum begeistert mit Applaus belohnt.

Auch die Lyra Voices verstanden es mit den Titeln  „Only Time von Enya“, „Halleluja von Leonard Cohen“ und mit dem Kult-Song „Über sieben Brücken die Zuhörer zu fesseln. Bei dem Titel „Halleluja“  sang sich Miriam Eichenlaub mit ihrem Solo in die Herzen der Zuhörer. Auch die Musikgruppe konnte mit den Liedern „Luftbahn“, „Umbrella by Rihanna“, „Hit the road Jack“ und „Mr. Saxobeat“ brillieren.

Mit den Beiträgen „Diana“, „Im Wagen vor mir“ und „Ich war noch niemals in New York“ gelangen den Lyra Voices hervorragende Darbietungen modernen Chorgesangs. Ein absoluter Höhepunkt des Abends war der berühmte Titel von Michael Jackson „We are the World“, den die Sängerinnen und Sänger der Lyra Voices zusammen mit der Musikgruppe dem begeisterten Publikum präsentierten.

Die beste Belohung für einen Chor nach einem Konzert ist ein Publikum, das mit Standing Ovations ausdrückt, wie gut ihnen das Programm und der Abend gefallen hat. Und das scheint wohl auch so gewesen zu sein, denn auch nach der Zugabe, bei dem die Lyra Voices singend von der Bühne gingen, wurde noch lange applaudiert.

Schade war nur, dass so wenig Hatzenbühler Bürger den Weg ins Bürgerhaus gefunden haben. Auch mehr Interesse an unserem Konzert von Vertretern der örtlichen Vereine hätte alle sicher gefreut. Umso mehr haben sich alle über die Gäste gefreut, die da waren, die nach dem Konzert begeistert waren und das 10jährige Jubiläum der Lyra Voices mit ihrer Anwesenheit wertschätzten. Vielen Dank für Ihren Applaus.


Fortsetzung folgt......................







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